Wie aus einer Autobahn wieder ein Stück Natur wird - Baumaßnahmen an der A8 im August 2007

 

Um die Gesamtgröße der versiegelten Flächen durch Baumaßnahmen nicht ständig zu vergrößern, ist es zwingend vorge- schrieben, die nicht mehr benötigten Flächen zu renaturieren. In diesem Zusammenhang sind bereits größere Flächen im Eisen- griff zurückgebaut und der natürliche Bachlauf wieder hergestellt worden.

Die am 31.08.07 geschlossenen Richtungsfahrbahn Karlsruhe - Stuttgart wird seit dem 1. August renaturiert. Hierbei wird ein enormer Aufwand betrieben. Zunächst wird die alte Fahrbahn mit einer Ramme zertrümmert. Die Ramme besteht hauptsäch- lich aus einer 4 Tonnen schweren Eisenplatte, die durch Motorkraft und Stahlseile ca. 3 Meter über Fahrbahnhöhe angehoben wird. Wird das Stahlseil entspannt, rast die Platte auf den Fahrbahnbelag. Diese Arbeiten werden fast rund um die Uhr ausge- führt, der ein oder andere Bewohner des Heuwegs oder Silberbergs hat dies wohl deutlich zu hören bekommen.

Im nächsten Schritt fährt eine Walze mit Rüttelwerk über den angeschlagenen Belag und zerstört mit ihrem Gewicht und der Rüttelmechanik den alten Belag weiter. Auf dem Abschnitt zwischen Bahnhofstr. und Anschlußstelle Leonberg wurde die rechte Fahrspur beider Fahrtrichtungen ohne Eisenarmierung gebaut, die linke Fahrbahn wurde mit Moniereisen verstärkt. Die führt bei der Abfuhr und Zwischenlagerung der Betonteile zu einem zusätzlichen Aufwand, weil die beiden Materialien getrennt behandelt werden müssen.
Die Abfuhr des alten Fahrbahnmaterials erfolgt mittels riesiger LKW der Firma Volvo. Die Ungetüme haben beladen ein Gewicht von 75 Tonnen. Der größte am Abriss beteiligte Bagger belädt die Riesen in nur einer Minute. Drei volle Schaufelladungen reichen aus, um die Lademulde komplett zu füllen. Die zur Verfügung stehende Kraft der Laster hat natürlich auch ihren Preis. Der LKW verbraucht in 7 Stunden ca. 180 Liter Diesel. Der Fahrer erzählt, dass früher vergleichbare Fahrzeuge der Fa. Caterpiller zum Einsatz gekommen sind, die in der Stunde locker 100 Liter verbraucht haben.

LKW mit einem Gesamtgewicht von 75 Tonnen bringen den Aushub zum Sammelplatz.

Giganten mit Klimaanlage und Radio

Mit 3 Schaufeln gefüllt

Die Fahrbahn wird in zwei Schichten abgetragen. Zunächst muss die Betonschicht vorsichtig abgehoben werden. Dieses Material wird zur zentralen Sammelstelle diese Bauabschnitts kurz vor dem künftigen Westanschluss gefahren. Dort kommt eine Schreddermaschine zum Einsatz, die das Material für die spätere Wiederverwendung als Schotter zerkleinert. Die unter dem Asphalt liegende Schicht wird nun ebenfalls vorsichtig ausgehoben und zu einem Zwischenlager befördert. Dieses Material wird später mit Zement vermischt und als unterste Schicht in die neue Fahrbahn eingebracht.

Der linke Fahrbahnrand auf dem rechten Bild  ist später etwa die Krone des neuen Lärmschutzes.

Zwischenlagerung

Im nächsten Schritt wird  Mutterboden aufgeschüttet und mit Planierraupen verteilt. Der Boden wird anschließend gewalzt, so daß ein ebener, fester Untergrund entsteht, auf dem später der Lärmschutzwall aufgeschüttet wird.

Fahrbahn an der Wasserbachbrücke

Ungetüme machen Pause

Auffangbecken unter der Brücke

Bagger vor dem Heuweg